Verhinderungspflege: wichtige Informationen

  1. Verhinderungspflege können Pflegebedürftige erhalten, die mindestens Pflegegrad 2 besitzen.
  2. Verhinderungspflege kann für maximal 6 Wochen pro Jahrgenutzt werden.
  3. Stundenweise Verhinderungspflege kann über das Jahr verteilt werden.
  4. Jährlich können maximal 1.612 Euro Verhinderungspflegein Anspruch genommen werden
  5. Verhinderungspflege ist mit der Kurzzeitpflege kombinierbar, dadurch können sogar bis zu 2.418 Euroim Jahr in Anspruch genommen werden
  6. Die Kosten der Verhinderungspflege übernimmt die Pflegekasse.
  7. Verhinderungspflege kann man bis zu 4 Jahre rückwirkend beantragen.

Was versteht man unter Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflege kann genutzt werden um pflegenden Angehörigen eine Pause einzuräumen, wenn sie für einen gewissen Zeitraum die häusliche Pflege nicht übernehmen können oder einfach die Versorgung und Betreuung zu bestimmten Zeiten des Tages nicht leisten können. Und stattdessen ein/e Betreuungskraft  die Aufgaben übernimmt.

Wann wird Verhinderungspflege in Anspruch genommen?

Gründe dafür gibt es viele. Zum Beispiel möchten pflegende Angehörige Urlaub machen oder fallen selbst kurzfristig krankheitsbedingt aus.

Die Stundenweise Verhinderungspflege wird  genutzt, wenn die pflegenden Angehörigen z. B.  einen Arzttermin haben oder Zeit für andere Erledigungen benötigen. Möglich sind auch berufsbedingte Termine oder Freizeitaktivitäten.

Stundenweise Verhinderungspflege – das ist der Vorteil:

Bei einer stundenweise Verhinderungspflege wird die Ersatzpflege nur für ein paar Stunden pro Tag  in Anspruch genommen, z. B. wenn der pflegende Angehörige an einen Abend ins Theater gehen möchte oder am Morgen oder Abend regelmäßig berufliche oder andere Termine wahrnehmen möchte oder muss und deshalb für ein paar Stunden eine Ersatzpflegeperson benötigt wird.

Diese Leistung kann pro Tag bis zu 8 Stunden dauern, aber auch bereits eine halbe Stunde kann schon eine Entlastung im Rahmen der stundenweise verhinderungspflege sein! Ein großer Vorteil der stundenweisen Verhinderungspflege ist es, dass der volle Betrag des Pflegegelds weiterhin ausgezahlt wird. 

Die stundenweise Verhinderungspflege ist für Angehörige attraktiv, die ihre Liebsten nicht so lange in fremde Obhut geben möchten, sondern lieber am Tag eine oder mehrere Stunden Entlastung haben möchten.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Verhinderungspflege?

Um Leistungen der Verhinderungspflege von den Pflegekassen zu erhalten, benötigt der Pflegebedürftige mindestens Pflegegrad 2. Außerdem muss das Pflegeverhältnis zwischen dem Angehörigen und dem Pflegebedürftigen bereits länger als ein halbes Jahr bestehen.

Außerdem muss der Gepflegte mindestens für 10 Stunden pro Woche gepflegt worden sein. Um das Verhinderungspflegegeld letztendlich zu erhalten, muss ein Verhinderungspflege-Antrag gestellt worden sein. (hier hilft Ihnen unsere Pflegeberatung mit der Antragstellung)!

Insgesamt kann man die Verhinderungspflege für einen Zeitraum von 6 Wochen (42 Tage) im Jahr geltend machen. Zieht sich die Verhinderungspflege über mehrere Tage und Wochen, erhalten Angehörige nur die Hälfte des Pflegegelds. Am ersten und letzten Tag wird das volle Pflegegeld ausgezahlt.

Verhinderungspflege: Welche Leistungen werden anerkannt?

Zur Verhinderungspflege gehören alle Leistungen, die der pflegende Angehörige auch übernimmt. Darunter fällt die Grundpflege, die alle Aufgaben im Bereich der Körperpflege, Unterstützung beim Toilettengang, Hilfe bei der Nahrungsmittelaufnahme sowie die Förderung der Mobilität des Pflegebedürftigen einschließt.

Auch Haushaltsdienstleistungen werden in der Verhinderungspflege übernommen. Hierunter fallen alle Aufgaben, die alltäglich im Haushalt anfallen, wie die Reinigung der Wohnung oder  Wäsche waschen. Darüber hinaus können auch Betreuungsleistungen, z. B. die Seniorenbetreuung geltend gemacht werden.

Kann die stundenweise Verhinderungspflege rückwirkend beantragt werden?

Ja, es ist möglich stundenweise Verhinderungspflege auch noch rückwirkend zu beantragen. Auch hierfür muss der Verhinderungspflege-Antrag ausgefüllt und verschickt werden sowie die Quittungen und Belege der Ersatzpflegepersonen. Es ist also nicht zwingend erforderlich, Verhinderungspflege im Voraus zu beantragen – die Praxis zeigt zudem, dass dies oftmals auch gar nicht möglich ist.

Tipp: Bewahre alle Quittungen und Belege, die mit der Pflege im Zusammenhang stehen, sicher auf, um diese dann später der Pflegekasse vorzulegen.

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege: Wo liegt der Unterschied?

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege ähneln sich in vielerlei Hinsicht, jedoch gibt es auch den einen oder anderen Unterschied.

Sowohl bei der Verhinderungspflege als auch bei der Kurzzeitpflege handelt es sich um eine Übergangspflege. Die Verhinderungspflege kann ambulant und/oder auch teilstationär durchgeführt werden, während die Kurzzeitpflege in der Regel nur stationär durchgeführt wird.

Außerdem ist bei der Verhinderungspflege eine Vorauspflege von mindestens 6 Monaten erforderlich und der Pflegebedürftige muss mindestens auf Pflegegrad 2 eingestuft sein. Bei der Kurzzeitpflege hingegen ist eine Vorauspflege nicht erforderlich.

Zudem kann die Verhinderungspflege auch ungelernte Helfer durchführen, dies ist bei der Kurzzeitpflege nicht möglich.

Fazit zur stundenweisen Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege bietet pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, von ihren Aufgaben entlastet zu werden. In Kombination mit den Leistungen der Kurzzeitpflege lassen sich hier bis zu 2.418 Euro anrechnen – vorausgesetzt die Verhinderungspflege wird nicht von verwandten zweiten Grades oder einem Mitbewohner durchgeführt. In diesem Fall sind die Leistungen auf das 1,5-fache des monatlichen Pflegegeldes beschränkt.  

Die stundenweise Verhinderungspflege kann von Mitarbeitern des Pflegedienstes, übernommen werden. Viele Tätigkeiten, wie die Betreuung oder Aufgaben im Haushalt, oder grundpflegerische Tätigkeiten gehören dazu.

Besonders praktisch ist die die stundenweise Verhinderungspflege. Denn bei Einsätzen an einzelnen Tagen mit weniger als acht Stunden erhalten pflegende Angehörige weiterhin das volle Pflegegeld.

Voraussetzung für die Leistungserstattung der Verhinderungspflege ist ein Antrag bei der Pflegekasse. Diese lassen sich rückwirkend bis zu 4 Jahre anrechnen.